Klinkel und Wabra: Hoffnung statt Resignation bei A643-Sperrung – Pilotprojekt für technisch gestützte LKW-Kontrollen kann Lösung bringen

Mainz/Budenheim. Während die Autobahn GmbH Anfang Dezember erklärte, für die gesperrte Abfahrt Mombach gebe es „vorerst keine Hoffnung", haben die SPD-Landtagsabgeordnete Nina Klinkel und der Budenheimer Bürgermeisterkandidat Marcel Wabra (beide SPD) bereits seit Monaten an einem Lösungsvorschlag gearbeitet. Ende Oktober trafen sich beide mit Staatssekretär Stich im Innenministerium und legten einen konkreten Vorschlag zur Prüfung vor: Ein landesweites Pilotprojekt zur technisch gestützten Kontrolle von LKW-Durchfahrverboten – mit der gesperrten A643-Abfahrt Mombach als möglichem Anwendungsfall.

Landesweites Problem braucht innovative Lösung

 

„Die Missachtung von LKW-Durchfahrverboten ist kein lokales Phänomen, sondern ein landesweites Problem", erklärt Nina Klinkel. „Ob auf der Schiersteiner Brücke, der Konrad-Adenauer-Brücke in Ludwigshafen oder auf Durchgangsstraßen in Kommunen in ganz Rheinland-Pfalz – überall leiden Anwohner unter illegalem Schwerlastverkehr, die Infrastruktur wird weiter beschädigt, und die Polizei kann nicht immer und überall kontrollieren." Klinkel sieht in Rheinland-Pfalz die Chance, bundesweit Vorreiter zu werden: „Wir brauchen landesweite Lösungen, die hier vor Ort an der A643 konkret helfen. Mit moderner Verkehrstechnik – etwa automatischer Fahrzeugerfassung nach Größe – könnten wir Verstöße effektiver ahnden, die Polizei entlasten, Infrastrukturschutz und gleichzeitig Lärmschutz und Luftreinhaltung verbessern. Ob die Voraussetzungen, beispielsweise technischer Natur, hierzu bereits gegeben sind, haben wir zur Prüfung gegeben."

 

Der Vorschlag sieht vor, dass mithilfe stationärer oder mobiler Systeme nicht nur Verstöße gegen Geschwindigkeitsbeschränkungen, sondern gleichzeitig auch gegen Durchfahrverbote erfasst und geahndet werden. Für die begleitende Abstimmung mit der Landesdatenschutzaufsicht könnte das Vorgehen bei „Section Control“ in Niedersachsen als Vorbild dienen.

 

Budenheim und Mainzer Stadtteile besonders betroffen

 

Für Marcel Wabra, SPD-Bürgermeisterkandidat in Budenheim, hat das Thema unmittelbare lokale Dringlichkeit: „Die Sperrung der Abfahrt Mombach trifft Budenheim härter als alle anderen Orte im Landkreis. Pendler aus Budenheim, die täglich zwischen Budenheim und Wiesbaden unterwegs sind, müssen in der Rushhour teilweise über eine Stunde länger fahren – für eine Strecke, die normalerweise 16 Minuten dauert. Das kann keine Lösung für die kommenden Jahre sein."

 

Wabra kritisiert auch die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen: „Durch die Umleitungen entstehen große Staus und deutlich mehr gefahrene Kilometer, was die Umweltbelastung unnötig erhöht. Der größere Zeitaufwand verursacht für Unternehmen enorme Kosten. Das ist eine Katastrophe und kein akzeptabler Zustand für unsere Region."

 

Konkreter Lösungsansatz: Pilotprojekt ermöglicht Teilöffnung

 

Das von Klinkel und Wabra vorgeschlagene Pilotprojekt würde auch Situationen wie an der A643 entspannen.

„Wenn wir technisch und rechtlich zuverlässig sicherstellen können, dass nur PKW die Abfahrt Mombach nutzen, könnte diese für Personenverkehr wahrscheinlich wieder geöffnet werden", erklärt Wabra. „Das würde Tausende Pendler sofort entlasten und wäre ein Gewinn für Budenheim, Mombach und die gesamte Region."

„Mehr Verkehrssicherheit, mehr Umweltschutz und mehr Lebensqualität für die Anwohner: dafür setzen wir uns ein“, so Klinkel und Wabra abschließend.

 

Hintergrund:

Die Abfahrt Mombach (A643) ist seit Anfang Oktober 2025 für den Verkehr aus Wiesbaden komplett gesperrt, nachdem wiederholt gegen eine Lastbeschränkung von 3,5 Tonnen verstoßen wurde. Die marode Mombacher Vorlandbrücke kann frühestens in einigen Jahren durch einen Ersatzneubau saniert werden. Der amtierende Bürgermeister von Budenheim hat sich zu dem Thema bisher nicht öffentlich geäußert.